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Programmbeschwerde: ARD-aktuell verschweigt US-Waffen"Verluste" - Druckversion

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Programmbeschwerde: ARD-aktuell verschweigt US-Waffen"Verluste" - Volker - 30.05.2017

US-Waffen 

 
Sehr geehrter Herr Intendant,
in Vorwegnahme des Geredes, der 24. Mai 17 sei ein „nachrichtenstarker“ Tag gewesen, weshalb es der Redaktion ARD-aktuell nicht möglich gewesen sei, die nachfolgend genannte Information ans deutsche Publikum weiterzugeben: Dr. Gniffkes transatlantisch gedrillte Qualitätsjournalistentruppe reklamiert auffallend regelmäßig dann „Platzmangel“, wenn es um USA-kritische Kriegs- Informationen geht. Obwohl ARD-aktuell neben mehreren TV-Programmplätzen über einen eigenen Internet-Auftritt verfügt. 
Am 24. Mai stellte Amnesty International unter dem Titel
US Military Failed To Keep Track Of $1bn Arms In Iraq. Part Ended Up With ISIS
Nachforschungsergebnisse vor, die der AI auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes vom US-Verteidigungsministerium bekannt gegeben werden mussten. (Übersetzung sinngemäß: Dem US-Militär gelang es nicht, den Verbleib von Waffenlieferungen an den Irak im Gegenwert von einer Milliarde US-Dollar zu klären, die beim IS gelandet sein dürften). Quellen u.a.:
https://www.amnesty.org.uk/press-releases/usa-admits-it-failed-monitor-1bn-arms-iraq
https://southfront.org/us-military-failed-keep-track-1bn-arms-iraq-part-ended-isis/
Waffen und militärische Ausrüstungsgüter für eine Milliarde Dollar verschludert, mit größter Wahrscheinlichkeit auf dem Schwarzmarkt verscheuert und an Terroristen geliefert – und das Verteidigungsministerium in Washington hat keinerlei Erkenntnisse darüber, wie das möglich war und wer die Verantwortlichen für diesen Skandal sind. Die Waffen sollten der Ausrüstung der irakischen Armee dienen, sie wurden auf den Weg nach Bagdad via Kuwait gebracht, aber unterwegs ging die Kontrolle über das Material verloren: Zehntausende Sturmgewehre, Mörsergranaten, sogar kleine Radpanzer. Untersucht wurden diese Vorgänge mit einem umfangreichen Audit im September 2016. Dabei kam auch heraus, dass das Ministerium nicht einmal darüber klare Angaben machen kann, ob der Umfang der Verluste eventuell sogar noch weit größer ist.
Und ARD-aktuell? Hat nicht einmal Platz für eine Kurznachricht über diesen ungeheuerlichen Vorgang, trotz ihrer vielen Formate, in denen sie ihre Nachrichten verbreitet. Man stelle sich vor,  die russischen Militärverwaltung hätte eine solche Waffenschwemme zu verantworten gehabt....
ARD-aktuell hat den Programmauftrag, objektiv und umfassend über alle wesentlichen Ereignisse zu unterrichten. Es hat diesen Auftrag auch im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Ist es denkbar, dass der Chef der Qualitätsjournalisten, Dr. Gniffke, das Verschlampen von Waffen für eine Milliarde US-Dollar für „Peanuts“ hält?
Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer