geomatiko

Normale Version: Der Fall Amad A.
Sie sehen gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Heute wurde bei Panorama über den Fall Amad A. berichtet. Der Syrer wurde anstelle eines per Haftbefehls gesuchten Afrikaners aus Mali, der einen entfernt ähnlichem Namen trug, inhaftiert. Die Geschichte mit dem tragischen Ende  ist in vieler Hinsicht sehr ungereimt. 
 
Kleve: Fehlerkette bei Tod eines Häftlings | Panorama 3 | NDR
https://www.youtube.com/watch?v=_JzSMOWZklA


https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/p...ve108.html
Sendedatum: 29.01.2019 21:15 Uhr 

Auszug:

Am 6. Juli 2018 erstatten junge Frauen Anzeige gegen Amad. Er habe sie an einem niederrheinischen Badesee mit anzüglichen Gesten belästigt. Die Polizei nimmt ihn fest. Amad Ahmad gibt seine Identität korrekt an: geboren am 1. Januar 1992 in Aleppo, Syrien. Die Polizisten aus dem Kreis Kleve gleichen den Namen mit einer digitalen Fahndungsdatenbank ab. Dabei stellen sie fest, dass von der Hamburger Staatsanwaltschaft ein Mann gesucht wird, der einen ähnlich lautenden Aliasnamen trägt. Ein Aliasname ist ein Zweitname, der - aus welchen Gründen auch immer - neben der "rechtmäßigen Personalie" geführt wird.

LKA Hamburg erhält ein Fax
Am frühen Abend des 6. Juli geht beim LKA Hamburg ein Fax der Kreispolizeibehörde Kleve ein, das der taz und Panorama 3 vorliegt: "Tag Kollege!" heißt es da. "Wir haben heute gegen 16:00 Uhr den Amed Amed....im Rahmen eines Sexualdelikts festgenommen." Geboren sei der Mann am 1. Januar 1992 in "Aleppo". In Kleve habe man festgestellt, dass Hamburg nach ihm fahnde. "Bei euch wird er u.a. Ago, Tombouctou Ana und Ago, Tombouctou geführt. Ich bitte um Übersendung der Haftbefehle."


Auch der Brand in der Zelle wirft Fragen auf:
Brand in Klever Gefängniszelle: Massive Zweifel an offizieller Version | Monitor | Das Erste | WDR
https://www.youtube.com/watch?v=fP7Oay4Khbg

Dokument der Sondersitzung des Rechtsausschusses im Landtag NRW
https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/do...7-1192.pdf
.....Fortsetzung:

Nach umfassender erkennungsdienstlicher Behandlung scheint der Widerspruch hinsichtlich Aussehen/Geburtsort/Namen keine Rolle gespielt zu haben. Am Tag der Festnahme und Verhaftung (06.07.2018) des Syrers aus Aleppo, Amad Ahmad löscht man in Hamburg den Fahndungsvorgang, der sich auf den Afrikaner Amedy Guira aus Mali/Tombouctou (=Timbuktu) bezieht!

Es handelte sich sogar nur um den ähnlich lautenden Alias-Namen des Afrikaners
Dann ging alles sehr flott:

http://www.taz.de/!5565684/

"Dabei stellen sie fest, dass von der Hamburger Staatsanwaltschaft ein Mann gesucht wird, der einen ähnlich lautenden Aliasnamen trägt."
In Kleve habe man festgestellt, dass Hamburg nach ihm fahnde. „Bei euch wird er u. a. Ago, Tombouctou Ana und Ago, Tombouctou geführt. Ich bitte um Übersendung der Haftbefehle.“


Und dann noch dies:

Bezüglich einer vorliegenden Anzeige aus der Vergangenheit wegen Vergewaltigung werden nun Lichtbilder des Syrers angefertigt und der Anzeige-Erstatterin vorgelegt. Ergebnis: "In der weiteren Vernehmung sagt die Frau, dass sie die Vergewaltigung nur vorgetäuscht habe."............



Auszüge aus dem Kleveblog:

https://www.kleveblog.de/der-tod-von-buc...jva-kleve/

6. Juli, 15:26 Uhr: Polizeibeamte der Wache Geldern werden zu einer Kiesgrube am Hartefelder Heideweg in Geldern gerufen. Vier Frauen geben an, von dem – dort noch anwesenden – Mann „auf sexueller Grundlage beleidigt“ (wie das in der Juristensprache heißt) worden zu sein. (In Presseberichten war zu lesen, der Mann habe die Frauen „mit Blicken ausgezogen“ und an Masturbation erinnernde Handbewegungen ausgeführt.) Die Beamten belehren den Mann, der keine Angaben zur Sache macht und sich nicht ausweisen kann.

Nach 50 Minuten korrekt identifiziert
16:24 Uhr: Mit Hilfe des Fingerabdruck-Schnell-Abgleichsystems (Fast-ID) wird der Mann auf der Polizeiwache Geldern als namentlich bekannter syrischer Staatsangehöriger identifiziert. Eine elektronische Abfrage im System INPOL/Viva ergibt zwei Ausschreibungen zur Festnahme (Verfahren 2107 Js 601/16 und 3104 Js 328/15) der Staatsanwaltschaft Hamburg. Einer der beiden Kriminalbeamten, die mit dem Fall in der Wache Geldern betraut sind, vermerkt im Hinblick auf die in der Fahndung erfasste Ersatzfreiheitsstrafe, dass der Syrer angegeben habe, das Geld nicht beibringen zu können. Die tatsächlich gesuchte Person hat in den Unterlagen als Staatsangehörigkeit „malisch“ und als Geburtsort „Tombouctou“ vermerkt, für den mittels Fast-ID identifizierten Mann auf der Wache in Geldern finden sich die Angaben „syrisch“ und „Aleppo“. 

Die Führungspersonalien des tatsächlich gesuchten Mannes, zu denen ein Lichtbild gehört, das einen dunkelhäutigen Mann zeigt, werden durch die Beamten nicht überprüft („nach derzeitigem Erkenntnisstand“, heißt es in dem Bericht). Aufgrund einer Ähnlichkeit mit einem Täter einer angezeigten Vergewaltigung fertigen die Beamten Fotos des Mannes an, um den Ermittlungsvorgang fortzuführen..................... 

"10. Juli: Eine Polizeibeamtin zeigt der Frau, die die Vergewaltigung angezeigt hatte, die Lichtbilder des Syrers. In der weiteren Vernehmung sagt die Frau, dass sie die Vergewaltigung nur vorgetäuscht habe. "


https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/do...7-1298.pdf

Aus den den Einlieferungsunterlagen beigefügten Unterlagen über die Belehrung und Anordnung der erkennungsdienstlichen Behandlung durch die Polizei geht hervor, dass eine umfassende erkennungsdienstliche Behandlung durch die Polizei mittels Fast-ID Abfrage über die Fingerabdrücke erfolgt war und zu dem positiven Treffer zu den Personalien Amed , Amed, geb. 01.01.1992, syrisch, führte. In der Telefaxmitteilung des Landeskriminalamts Hamburg vom 06.07.2018 wird mitgeteilt, dass sie die Fahndung für Gulra (Amed), Amedy (Amed), geb. 01.01.1992 in Tombouctou getilgt habe.
Guten Morgen fhh, Frau Perlentaucherin :-) 
Da wollen wir mal wieder ....

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/p...ve108.html

https://www.kleveblog.de/der-tod-von-buc...jva-kleve/

Ins Auge fällt, daß  nur die StA Hamburg verantwortlich sein soll, m. M. sieht es aber eher so aus,
als habe Geldern/Kleve die Konfusion zu verantworten....und das nicht nur direkt nach der Festnahme.
Mir fiel damals auf, daß schon wieder Kleve und Emmerich in den Schlagzeilen stehen, nach Amri klingeln einem da schon etwas die Ohren.
Die Medien präsentieren sich auch hier wieder als Erfüllungsgehilfen und helfen beim Verwirrspiel, z.B. durch ständig ändernde Schreibweisen der Namen und Weiterverbreitung eines durch und durch widersprüchlichen Narrativs, das schon bei etwas näherer Betrachtung Stirnrunzeln auslöst.

16:24 Uhr: Mit Hilfe des Fingerabdruck-Schnell-Abgleichsystems (Fast-ID) wird der Mann auf der Polizeiwache Geldern als namentlich bekannter syrischer Staatsangehöriger identifiziert. Eine elektronische Abfrage im System INPOL/Viva ergibt zwei Ausschreibungen zur Festnahme (Verfahren 2107 Js 601/16 und 3104 Js 328/15) der Staatsanwaltschaft Hamburg.

Die tatsächlich gesuchte Person hat in den Unterlagen als Staatsangehörigkeit „malisch“ und als Geburtsort „Tombouctou“ vermerkt, für den mittels Fast-ID identifizierten Mann auf der Wache in Geldern finden sich die Angaben „syrisch“ und „Aleppo“. Die Führungspersonalien des tatsächlich gesuchten Mannes, zu denen ein Lichtbild gehört, das einen dunkelhäutigen Mann zeigt, werden durch die Beamten nicht überprüft („nach derzeitigem Erkenntnisstand“, heißt es in dem Bericht). Aufgrund einer Ähnlichkeit mit einem Täter einer angezeigten Vergewaltigung fertigen die Beamten Fotos des Mannes an, um den Ermittlungsvorgang fortzuführen.

Was da so fast im Text untergeht, ist die Tatsache, daß es schon am 6.7.18 auf der Gelderner Wache ein Lichtbild zum Malier Amedy Guira ( alias Ago Tombouctou....) gab und der Fingerabdruck klar zu Amad Ahmad, geb 13.7.92 gehörte. Genau diese Personalie wurde ausgeworfen vom System und keine andere.
Die anschliessende falsche Verknüpfung zum Hamburger Guira würde ich nicht mal mehr fahrlässig nennen....
zur Untermauerung folgt dann noch die mutmaßliche Vergewaltigung.

21:10 Uhr: Der Syrer wird in die JVA Geldern-Pont überführt. Er wird mit den von der Polizei festgestellten syrischen Personalien und zudem mit dessen vermeintlichen Alias-Namen (die Personalien des Mannes aus Mali erfasst). (In Wahrheit war es genau andersherum: Der Mann als Mali nutzte die Personalien des Syrers als Alias-Namen.) 

Jetzt wird es scheinbar knifflig. Er wird also als Amad Ahmad UND als Amedy Guira eingesperrt? Da ist in Wahrheit nichts, was sich überschneidet. Guira nutzte die Identität von Amad Ahmad....wo wird das vertieft? Bis jetzt habe ich diese Behauptung nur als Füllmenge zum Kitten des Risses der Realität wahrgenommen.

10. Juli: Eine Polizeibeamtin zeigt der Frau, die die Vergewaltigung angezeigt hatte, die Lichtbilder des Syrers. In der weiteren Vernehmung sagt die Frau, dass sie die Vergewaltigung nur vorgetäuscht habe.

Auch interessant....das wäre ja eine lupenreine Straftat dieser Frau....gab es da eine Anklage?

10. Juli, 15:24 Uhr: Der Syrer wird der JVA Kleve zugeführt. Dort wird er unter der Buchnummer 456/18/0 mit denselben Personalien wie in Geldern erfasst.

Soviel zum Thema Schreibtischtäter...mit denselben Personalien erfasst. So einfach kann man hier Menschen verschwinden lassen. Es wird nie darüber geschrieben, wo denn Amads Papiere geblieben sind. Er hatte ja welche, war gemeldet usw. Die Polizei hat sich anscheinend nie die Mühe gemacht, die Adresse und den Aufenthaltstitel Ahmads in Geldern zu überprüfen?
Das ist verdächtig....warum nicht?

Es gibt da ein Interview mit den Eltern im obigen Video , da wird nichtmal klar, wo die überhaupt leben.
Es wird von den Machern des Videos willentlich ausgelassen oder verwischt....."der Vater suchte und landete schliesslich auf einer niederrheinischen Polizeistation"

20. Juli: Bei der JVA Geldern geht ein Aufnahmeersuchen der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen eines der beiden Delikte aus Hamburg ein. Es wird nach Kleve weitergeleitet. Darin werden neben den Personalien des malischen Staatsangehörigen weitere Personalien angegeben: „geboren am 01.01.1992 in Nouakchott, Staatsangehörigkeit: mauretanisch“.

Hier wird m. E. ersichtlich, daß die StA Hamburg NICHTS von Amad Ahmad weiß. Sie übermitteln wie angefordert die Aufnahmeersuchen für Guira, diesmal plus Geburtsort und Geb-Datum. Hier finden wir auch den 1.1., der immer genommen wird, wenn ein Geb-Dat nicht bekannt ist.Später werden wir sehen, daß sie auch schriftlich Nachweise für die Identität anfordern....dies wird von der JVA Kleve  schleppend langsam bearbeitet und schliesslich handschriftlich verneint.
Da ist es aber schon August.

3. September: Die Anstaltspsychologin spricht aufgrund des Antrags erneut mit dem Syrer. Dieser sei freundlich und auskunftsbereit gewesen und habe „eine Menge kaum nachvollziehbarer Angaben zur Person“ gemacht und Folgendes erklärt: „Er habe seinen Namen immer korrekt mit Ahmad Amad angegeben, geboren sei er am 13. Juli 1992 – alle anders lautenden Angaben seien auf fehlerhafte Protokolle der Polizei zurückzuführen. Die Daten aus dem Urteil zu I. seien ihm allesamt unbekannt, das Urteil betreffe ihn nicht. Er kenne den Namen Amedy Guira nicht, sei nie in Hamburg oder Braunschweig gewesen – schon gar nicht zu der dort angegebenen Tatzeit – da sei er noch gar nicht in Deutschland gewesen usw. usf.“  Hinweise auf Suizidalität seien nicht zu erkennen.

Die Anstaltspsychologin scheint auch die Inkompetenz in Person, sie bezeichnet die leicht nachzuprüfenden Angaben Amads als "eine Menge kaum nachvollziehbarer Angaben". Kaum nachvollziehbar ist ihre Reaktion....nämlich keine außer Dokumentation ihres Arbeitseinsatzes.

Zum Schluß noch mein Bonmot, ein waschechter Relotius würde ich sagen :-)
Ähnlich wie bei Amri wird Inkompetenz und Schlampigkeit ( hoffentlich nur das) gedeckt, offensichtliche Fehler werden nicht berichtigt, sondern in Prosa Watte gepackt.

In einem Vermerk der Staatsanwaltschaft heißt es: "Die rechtmäßig geführte Personalie lautet: GUIRA, Amedy, geb. am 1. Januar 1992.... Staatsangehörigkeit: malisch, Geburtsland: Mali". Als möglicher Geburtsort wird "Tombouctou" genannt, die berühmte Wüstenstadt am Südrand der Sahara. Die hat mit Aleppo durchaus etwas gemein. Beide Städte wurden von der UNESCO als "Weltkulturerbe der Menschheit" eingestuft. Und beide wurden in den vergangenen Jahren von Kriegen verwüstet. Aber die Entfernung zwischen Tombouctou und Aleppo beträgt genau 4.500 Kilometer. In den Fahndungsdatenbanken ist ein Foto des von Hamburg gesuchten malischen Staatsbürgers hintergelegt. Es zeigt einen jungen Mann schwarzer Hauptfarbe. Amad aus Aleppo ist hellhäutig.


Es heißt nicht TOMBOUCTOU wie in Frankreich, sondern Timbuktu im Deutschen.
So wie Skendiria Alexandria ist.... und und und
Der NDR macht sich nicht nur nicht die Mühe es dann korrekt Timbuktu zu nennen, er übernimmt das frz Lehnswort einfach als sei es gar nicht Timbuktu und erzählt uns etwas Schönes von der UNSECO und Weltkulturerben, um dann diesen preiswürdig schönen Schlenker zu Aleppo zu schaffen. Dies würde in Fortsetzung dieser Sprachschnörkel aber dann Halab oder Helep heissen. Na ja.

Ich denke, dieser Fall hat es in sich. Und wir sind nicht einmal bei dem Feuer angelangt.
Mir kommen da mehrere mögliche Szenarien in den Kopf.

19:23 Uhr: Der JVA-Bedienstete alarmiert die Feuerwehr. Nicht ersichtlich aus dem Bericht wird, ob der JVA-Bedienstete davor oder danach die Zellentür öffnete. Der Syrer läuft heraus.

Das ist nun die 3. Variante....einmal gezogen, einmal taumelte er entgegen, hier läuft er heraus.

24. September: Wegen einer dramatischen Verschlechterung des Gesundheitszustandes wird der Syrer von Intensivstation für Schwerbrandgeschäfigte der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Duisburg zur BGU Bergmannsheil nach Bochum verlegt. Ebenfalls am 24. September geht bei der Polizei in Geldern ein Schreiben der für eines der beiden Hamburger Verfahren zuständigen Rechtspflegerin ein. Sie fragt, „aufgrund welcher Erkenntnisse die dort geführten Personalien des Verurteilten geführt werden“. Um die Übersendung von Nachweisen wird gebeten.

Da wird mir irgendwie ganz übel....was verschlechtert sich so an Amads Gesundheit, daß er von einer Intensivstation für Schwerbrandgeschädigte runter muss und ins Bergmannsheil???
Am gleichen Tag dann wieder die Nachfrage von Hamburg... der Druck steigt.
Der Brand ereignete sich 3 Tage nach dem Gespräch mit der Psychologin, als Amad seine Identität klärte.

29. September, 4:10 Uhr: Der Syrer erliegt im Krankenhaus Bergmannsheil in Bochum seinen durch den Brand erlittenen Verletzungen.


....erliegt um 4:10 morgens seinen durch den Brand erlittenen Verletzungen....

Uffff

Was sagt Ihr dazu?


EDIT Rantanplan: Formatierungen entfernt