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Frank-Walter Steinmeier, SPD, Bundesaußenminister.–  Mit Blick auf das Verhältnis zu Russland taten Sie der BamS-Leserschaft kund: „Was wir jetzt nicht tun sollten, ist, durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anzuheizen. Wer glaubt, mit symbolischen Panzerparaden an der Ostgrenze des Bündnisses mehr Sicherheit zu schaffen, der irrt.“ Es wäre Ihrer Ansicht nach „fatal, jetzt den Blick auf das Militärische zu verengen und allein in einer Abschreckungspolitik das Heil zu suchen.“ Prompt fiel die transatlantisch abgerichtete Politiker- und Medienmeute über Sie her. Und übersah dabei geflissentlich, wie weitsichtig Sie die symbolischen Panzeraufmärsche der NATO an Russlands Westgrenze mit konkreter, ziviler Sanktionspolitik begleiten. Mit Ihrer fatalen Zustimmung beschloss der Europäische Rat doch nicht nur die Verlängerung, sondern auch eine weitere Verschärfung der Zwangsmaßnahmen gegen Russland. Undiplomatische Adjektive für Ihre Politik: hinterhältig,  doppelzüngig, scheinheilig, intrigant.

Wladimir Grinin, Botschafter der Russischen Föderation in Berlin.–  Zum 75. Jahrestag des Überfalls der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 haben Sie in einem lesenswerten Interview mit Neues Deutschland das Gedenken an die Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs gepflegt. Über den Irrsinn der EU-Wirtschaftssanktionen gegen Ihr Land und über die geradezu obszön geschichtsvergessenen jüngsten NATO-Manöver unmittelbar an der russischen Westgrenze meinten Sie großmütig: „Wir hoffen, die Vernunft siegt“.  Wir hoffen das auch, aber bezweifeln es noch mehr. Sie erwähnten eine neue Umfrage, der zufolge nur noch zwei Prozent der Russen Deutschland für ein befreundetes Land halten. Sehen Sie? Unsere Berliner Regierung besteht aus transatlantisch abgerichteten und empathiefreien Marionetten. Sie leistet ganze Arbeit.