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Normale Version: Sprengstoff-Anschlag auf Dortmunder Teambus - BVB-Profi verletzt
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Prozeß gegen BVB Attentäter beginnt heute um 12 Uhr in Dortmund

 Aus Habgier, heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln - so soll Sergej W. (28) den Anschlag auf den BVB-Bus im April ausgeübt haben.
Das wirft ihm die Staatsanwaltschaft Dortmund in der Anklage vor.
Sie zeichnet das Bild eines gemeingefährlichen, profitgierigen Mannes. Eines Mannes, der nicht davor zurückschreckte, eine ganze Fußballmannschaft zu töten, um daraus finanziellen Gewinn mit Aktienspekulationen zu erzielen.

Ganz anders schildert Carl Heydenreich im Gespräch mit DER WESTEN die Person Sergej W.. Heidenreich ist der Verteidiger des mutmaßlichen Bombenbauers. Er hat W. in mehreren Gesprächen erlebt.
„Auf mich wirkt mein Mandant auf gar keinen Fall luxusaffin. Er ist mehr so der Typus 'Schwabe-Schwabe`. W. wollte auch kein Leben in Saus und Braus, wie einige BKA-Profiler gemutmaßt haben."
Weiter beschreibt Heydenreich W. als einen Mann, der „immer etwas mehr gearbeitet hat, als er arbeiten musste.“ Als jemanden, der hyperkorrekt erscheint.


Quelle: https://www.derwesten.de/sport/fussball/...90911.html

Und was fangen wir mit diesen Informationen nun an?
Profiler gegen Verteidiger. Das könnte spannend werden – oder auch nicht.
Ein überkorrekter Zeitgenosse will 2 Dutzend Menschen in den Himmel sprengen, weil er reich werden möchte, obwohl er überhaupt nicht in Saus und Braus leben möchte.
Ziemlich schräge Story oder ein Hauch von Wahrheit?

 Aber auch als einen Mann, der ruhig wirkt, zurückhaltend und verschlossen. „Er erschien mir sehr traurig“, so der Jurist. 

Naja, wenn man ein halbes Jahr im Knast sitzen muß, kann man schon einmal traurig werden.

Die betroffenen Kicker der damaligen Elf sollen als Zeuge im Prozess aussagen, darunter auch der zu Barcelona gewechselte Franzose Ousmane Dembele und Ex-Trainer Thomas Tuchel.
Letzterer entging damals haarscharf einem weiteren Stahlsplitter, der nur einen halben Meter neben seiner Hüfte einschlug. 
Nun aber berichten Agenturen, dass einige Kicker als Nebenkläger in der Verhandlung auftreten wollen und als Zeugen nicht zur Verfügung stehen werden. Es bleibt abzuwarten, was an diesen Meldungen dran ist.


Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/proze...34275.html

So so, und warum will man auf einmal kein Zeuge mehr sein?
Man braucht doch nur erzählen, was man erlebt hat.
Schwieriger wird es allerdings, wenn man etwas erzählen soll, was man ..
Mich hätte bei der Zeugenvernehmung vor allem die zerborstene Heckscheibe interessiert. Big Grin

Das falsche Alex-Synonym nebst Deckadresse gab der Bombenbastler an, als er im Januar 2017 zwei Mal beim Elektromarkt Conrad im 160 Kilometer entfernten Mannheim auftauchte, um zahlreiche Teile für seine Fernzünder-Sprengsätze zu erwerben. So weisen die Rechnungen drei Empfängerantennen auf, die sich später auch am Tatort wiederfinden. Akkus, Kabel, schwarzes Euro-Gehäuse, 3-Kanal-Schaltstufe, UHF-Empfänger-Modul und Stahlkugeln – alles Dinge, die ein Bombenbauer braucht, urteilen die Ankläger.  
Der Verkäufer erinnerte sich, dass der Kunde damals mit einem osteuropäischen Akzent gesprochen habe.
Ein Begleiter habe sich im Hintergrund aufgehalten. Die Strafverfolger schließen deshalb nicht aus, dass der mutmaßliche BVB-Bomber womöglich einen Komplizen hatte.

Das wichtigste Detail im gesamten Prozeß.
Damit steht und fällt der gesamte Fall.
Jeder Mensch hätte gern etwas mehr Kohle und die Aussicht darauf ist neben der Honigfalle der beliebteste Lockstoff der unheimlichen Kreaturen.

Am Spieltag, dem 11. April, orderte Sergej W. Optionsscheine auf den Aktienverfall des Börsen notierten Bundesligavereins. Finanziert über einen Kredit bei der Postbank in Höhe von 40.000 Euro. Einen Großteil verwandte der mutmaßliche Attentäter für seinen geplanten Börsencoup.  Den Deal wickelte er über die IP-Adresse des Hotels ab. Ein fataler Fehler.

Ah, jetzt hat man sich auf 40.000 € Kredit geeinigt.
Was ist bitte ein Großteil?
Ginge es etwas genauer, lieber Locus?
35.000 oder auch 33.000 wären z.B. ein Großteil.
Wann hat er dieses Geld eingesetzt und welchen Optionsschein hat er wann damit konkret gekauft und zu welchem Kurs?
Ich hoffe, wir erfahren das im Prozeß.

Bereits einen Tag nach dem  Verbrechen erhielten die Ermittler einen wichtigen Hinweis: Rudolf S., ebenfalls ein Aktienspezialist, informiert den BVB-Syndikus über ungewöhnlich hohe Optionsscheintransaktionen an der Frankfurter Börse. Da zocke jemand auf den Absturz des BVB-Kurses.

Über diese, durch die Presse vermittelten, Transaktionen konnten wir uns ausreichend informieren.
Da ging es drunter und drüber und vor allem war da sehr viel Müll dabei.
Ich werde den Prozeß verfolgen und bin sehr gespannt was aus den durch Karlsruhe ermittelten 15.000 O-Scheinen zu weniger als 20 Cent geworden ist.
Mal sehen, ob auch der Aktienspezialist vorgeladen wird.

Wenn es nicht so aufwendig wäre, würde ich glatt nach Dortmund fahren, um mir das Spektakel anzuschauen.

mfG
nereus
Neues vom Prozeß gegen Sergej Wenergold

Jetzt kennen wir den „Großteil“.
Es waren 26.000 Euronen – oder besser – sollen es gewesen sein.
Bei dieser unterirdischen Berichterstattung weiß man nie, was noch kommt.

Zehn Tage nach dem Attentat wurde Sergej W. in Baden-Württemberg festgenommen. Der Deutschrusse hat nach früheren Angaben der Behörden erklärt, in Dortmund lediglich Urlaub gemacht zu haben.

Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgesc...ft-prozess

Das Motiv Urlaub halte ich auch für ein Gerücht und seine Involvierung in den Fall ist geradezu zwingend.
Doch viel interessanter wären die kleinen Details und die für mich sehr denkbare Konstruktion einer agierenden Hand im Hintergrund.
Er legte (unbewußt) die Spuren und dann schnappte die Falle zu.

Sergej W. soll in der Woche vor dem Bombenanschlag für mehr als 26.000 Euro Optionsscheine gekauft haben, mit denen er an der Börse auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie spekulierte. Bei einem Kursverfall der BVB-Aktie auf einen Euro hätte der Gewinn laut Anklage rund eine halbe Million Euro betragen. Tatsächlich soll der 28-Jährige an der Börse ein Plus von knapp 6.000 Euro erzielt haben.

Wie begründet man denn jetzt Kaufaufwand von 26.000 € für die Optionsscheine?
Bislang war man doch bei knapp 3.000 €, die NIEMALS irgendeine Finanzaufsicht auf den Plan gerufen hätten.
Bei 26.000 € - in so einem engen Markt-  wäre das zumindest vorstellbar und der Einsatz hat sich jetzt mehr als verachtfacht!!

Doch warum wußte Karlsruhe davon nichts?
Solche Geschäfte sind in einem halben Tag zu recherchieren – ihr elenden Deppen!

Der Angeklagte selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Sein Anwalt ließ offen, ob er am zweiten Verhandlungstag am 8. Januar Angaben machen wird. "Ob und wie er sich zur Sache äußern wird, wird zunächst das Gericht erfahren", sagte Heydenreich nach Ende des ersten Verhandlungstags.

Er schwieg während der U-Haft, er schweigt jetzt obwohl er sich „schweigend“ für unschuldig erklärt. Hat er Angst? Aber wovor und vor wem?

Seiner Ansicht nach könne von einem gezielten Attentat keine Rede sein. "Es liegt doch nahe, dass der Bus gar nicht getroffen werden sollte", sagte er. Schließlich seien nur zwei von Hunderten Metallstiften in das Fahrzeug eingedrungen. "Und der Bus ist ja kein Kleinwagen." Damit wollte der Verteidiger aber ausdrücklich nicht zum Ausdruck bringen, dass sein Mandant die Bomben gezündet habe.

Merkwürdig.
Das hätte, wäre, wenn nützt doch dem Mandanten nichts.
Und wenn er die Bombenzündung nicht unterstellt, was unterstellt er denn dann?
Hoffentlich geht diese Strategie auf.

Und nun kommen die Fresschen für die Geier-Journaille und das Empörungs-Parkett.  Angry

Der Verteidiger hatte gesagt, der Angeklagte sei von Zeugen als Perfektionist geschildert worden, als absolut technikversiert. Und da soll er seine Bombe so gebaut haben, dass nur zwei der mindestens 65 Projektile aus dem Sprengsatz den Bus berührten? Das sei doch so, als stehe einer in fünf Metern Entfernung vor dem Tor und schieße nicht rein. So sprach Verteidiger Carl Heydenreich und er traf einen Nerv. Es ist der Spielvergleich, der die Nebenkläger so erzürnt. "Für unsere Spieler war das kein Spiel, sie hatten Todesangst", sagt Anwalt Ulf Haumann.

Ich finde den Vergleich durchaus passend.

Die Verteidigung legt nach. Sie fordert am ersten Tag auch, dass der Staatsanwalt abgezogen wird - weil er voreingenommen sei. Dombert sei schon vor Prozessbeginn davon ausgegangen, dass nur eine lebenslange Strafe infrage komme. Außerdem habe die Verteidigung die letzten Akten erst drei Tage vor Prozessbeginn bekommen, damit werde ihre Arbeit massiv behindert.

Wenn die Anklage so wasserdicht ist, warum ziert man sich dann so bei den Akten?  Huh

Die Anklage geht davon aus, dass Sergej W. mit hochriskanten Börsengeschäften auf den Absturz der BVB-Aktie gewettet hat - einen Absturz, den er selbst herbeiführen wollte. Denn, so der Staatsanwalt, wenn mehrere Spieler verletzt oder gar getötet worden wären, hätte der BVB nicht mehr an Spielen teilnehmen können und der Wert der Aktie wäre gesunken. Wenn der Kurs der BVB-Aktie von damals 5,61 Euro auf dann nur noch einen Euro gefallen wäre, hätte Sergej W. genau 506 275 Euro verdient. Mit minimalem Einsatz.

Einfach grandios!
Jeder Spatz pfeift irgendeinen Wert vom Dach!
Der Staatsanwalt weiß sogar den theoretischen Gewinn bis auf den letzten Euro!
Die Aktie hätte nicht einmal auf Null fallen müssen.
Diese Rechnung würde ich gerne einmal sehen.
Und was heißt jetzt wieder minimaler Einsatz?
26.000 € sind ja nicht gerade ein Pappenstiel und der Einsatz hätte sich in etwa verneunzehnfacht.
Oder hat die Süddeutsche wieder andere Zahlen als die ZEIT?
Das Chaos nimmt nicht ab sondern zu, denn DER WESTEN berichtet:

Sergej W. soll in der Woche vor dem Bombenanschlag für über 26.000 Euro Optionsscheine und Kontrakte gekauft haben, mit denen er an der Börse auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie spekulierte.

Quelle: https://www.derwesten.de/panorama/prozes...14523.html

Was denn nun noch für Kontrakte?
Diese Geschäfte sind lückenlos dokumentierbar mit Einsatz, Kurswert, Datum und weiß der Geier mit was noch allem.
Und bislang ging es IMMER nur um PUT-Optionsscheine?

WARUM differieren dennoch bis heute die Angaben über die Zeitachse und warum gibt es noch immer keine konkreten Angaben zu alledem?
Hier mal ein kleiner Top-Wert aus dem April 2017.

Der Verdächtige soll am Tag des Anschlags mit Hilfe eines dafür aufgenommenen Verbraucherkredits 15.000 Optionsscheine des an der Börse gehandelten BVB mit einer sogenannten Put-Option erworben haben.
..
Der Fall wäre eingetreten, wenn der Anschlag viele Spieler verletzt oder gar getötet hätte. Damit hätte der Verdächtige bis zu 3,9 Millionen Euro Gewinn machen können.


Quelle: https://www.derwesten.de/sport/fussball/...16497.html

Ach, herrje!
Da helfen nur noch Smileys.  Doppelwürg

mfG
nereus

p.s. Ich wünsche allen Geomatikern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Der Laden hier wird weiterhin DRINGEND gebraucht.  Cool
Seltsame Überlagerungen

In einem Artikel der FAZ, in dem der erste Prozesstag geschildert wird, liest man u.a. dies:

Sollte der Vorwurf der Anklage zutreffen und Sergej W. tatsächlich aus Gier gehandelt haben, wäre seine Tat einzigartig. Bislang war ein solches Szenario nur aus Action-Filmen wie „James-Bond: Casino Royale“ bekannt. Dort verhindert der Titelheld in letzter Sekunde einen Anschlag auf ein neues Großraumflugzeug. Der Initiator des Anschlags erhofft sich von der Zerstörung des Prototypen Spekulationsgewinne an der Börse.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/...ageIndex_0

Erinnert sich noch jemand an diesen sonderbaren „christlichen Verein“, bei dem Sergej unregelmäßig zu Gast war?
Es ging um die Volksmission in Freudenstadt, einer Freikirche, die auch noch eine Jugendmission mit dem Namen Life Guard als Ableger hat.
Ich schrieb damals:

Wer, zum Kuckuck, ist denn nun wieder Life Guard?

Die gibt es auch in Freudenstadt und da geht es etwas weniger christlich zu.
Schaut mal da: http://webcache.googleusercontent.com/se...de&ct=clnk

Das wird jetzt spannend, die Seite kann man nur noch im Cache aufrufen und das Bildchen unten „Casino Royal“ hat doch was, oder?
Schaut Euch mal das Video dazu an? Dauert nur knapp 8 Minuten.
A bisserl sonderbar auf einer religiösen Seite oder?


Inzwischen ist auch der Cache geleert.
Frage: Warum löscht eine harmlose christliche Jugendmission alle ihre Spuren aus dem Netz, die eigentlich absolut nichts mit christlicher Mission zu tun haben?

Ein Video zu einem mit Phantasie beladenen Casino Royal vor einem dreiviertel Jahr und jetzt baut ein FAZ-Artikel exakt die gleiche Verbindung auf, wenn auch in einem anderen Kontext.

Ich könnte mich in den Arsch beißen, daß ich damals keine Screenshots von der Website gemacht habe.
Inzwischen bin ich fest davon überzeugt, daß genau hier eine sinnvolle Spurensuche begonnen werden könnte.
Merkwürdig wird es auch im Fall der Finanzaufsicht.

Später ging jedoch ein wichtiger Hinweis bei der Polizei ein. Ein österreichischer BVB-Fan und -Aktionär, Rudolf S. aus Bad Ischl im Salzkammergut, hatte am Tag der Tat durch Zufall bemerkt, dass an der Frankfurter Börse eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Optionsscheinen auf die BVB-Aktie gehandelt worden war. Erst konnte er sich dies nicht erklären. Die Papiere hätten bei einem gewöhnlichen Kursverlauf niemals Gewinn abgeworfen. Als S. aber von dem Attentat auf den BVB-Bus erfuhr, vermutete er einen Zusammenhang und informierte Borussia Dortmund und die Ermittlungsbehörden über seine Beobachtung. Die Polizei observierte Sergej W. daraufhin eine Woche lang, ehe ihn ein Einsatzkommando der GSG 9 zehn Tage nach dem Attentat an seinem Arbeitsplatz in Tübingen festnahm.

Das ist eine interessante Wendung.
Hatte nicht die Finanzaufsicht bzw. ein aufmerksamer Broker bei Comdirect die „auffälligen“ Kauforders bemerkt?
Jetzt war es also ein BVB-Fan und der kommt auch noch aus Österreich.

Und was hatte damals das Handelsblatt berichtet?

Die Geldwäscheanzeige einer Bank und ein Hinweis aus dem Finanzsektor hätten zu dem Verdächtigen geführt. Mitarbeiter der „Comdirect“-Bank hatten der Polizei eine Verdachtsanzeige wegen Geldwäsche gegen den Deutsch-Russen übermittelt, der Kauf erschien ihnen verdächtig. Der Festgenommene habe vor dem Anschlag auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gesetzt. Dies bestätigte die Bundesstaatsanwaltschaft ausdrücklich.

Der hellwache Ösi hatte also die Borussia und die Polizei informiert.
Was machen wir denn jetzt mit den Typen von Comdirect, auf die sich Karlsruhe bezog?

Folgt man einem Bericht des „Spiegels“, spricht vieles dafür, dass der Angeklagte tatsächlich auch der Täter ist. Dem Nachrichtenmagazin waren vor Prozessbeginn die Anklageschrift und zahlreiche Ermittlungsakten zugänglich gemacht worden.

Politische Prozesse sind in diesem Affenstaat Schauprozesse!
Der Verteidiger bekommt die Anklageschrift in knapper Zeit zugestellt, so daß eine Einarbeitung schwer möglich ist, aber die Lügenpresse kann sich auf ihren glühenden Draht zur Justiz verlassen.

In frappierendem Gegensatz zu der Akribie, mit der der Täter den Bombenbau betrieben haben muss, steht die mangelnde Verschleierung der Börsengeschäfte von Sergej W. Am selben Tag, an dem er mutmaßlich den Sprengkörper aus dem Hotel gezündet hat, soll W. über das W-Lan-Netz des Hotels die Optionsscheine gekauft haben.

Schon dieses Verhalten sollte einem kritischen Beobachter zu denken geben.
Der Täter kauft am Tatort die Papiere und verbleibt nach dem Anschlag seelenruhig am Ort der Ausführung. Wer’s glaubt.

Die Beweiskette sei sehr dicht, sagt am Donnerstag Oberstaatsanwalt Carsten Dombert. Es gebe keine entlastenden Umstände, die gegen eine Täterschaft von Sergej W. sprächen. Einer der zwei Verteidiger von Sergej W., der Bonner Rechtsanwalt Carl Heydenreich, kritisiert den Oberstaatsanwalt dagegen ungewöhnlich heftig. Die Staatsanwaltschaft habe einseitig zu Lasten von Sergej W. ermittelt und alternative Szenarien vernachlässigt. Gegen seinen Mandanten sei „eine beispiellose Vorverurteilungs- und Verleumdungskampagne inszeniert worden“. Die Anklageschrift und Ermittlungsakten seien an Medien weitergegeben worden. Heydenreich fordert den Vorsitzenden Richter Peter Windgätter dazu auf, gegenüber Domberts Vorgesetzten anzuregen, den Oberstaatsanwalt aus dem Verfahren abzuziehen.

Richtig!
Von einem fairen Verfahren kann keinerlei Rede sein.
Durchstechereien wohin man schaut.
Aber auf die „brüderliche Kette“ ist nun einmal Verlaß, wenn es um Manipulation „staatstragender“ Ereignisse geht, nicht wahr?
Da nützen auch die chaotischen Spuren nichts, die man erkundet haben will.

Rätsel wirft auch die Frage nach der psychischen Disposition des Angeklagten auf.
Die Planung und Ausführung der Sprengattacke erforderte ein hohes Maß an technischem Verständnis und Skrupellosigkeit. Die Vorbereitung dürfte Monate in Anspruch genommen haben.
Sergej W. aber soll sich vor dem Attentat mit Selbstmordgedanken getragen haben, auch soll er schon mindestens einmal versucht haben, sich umzubringen.
Der Anschlag selbst aber war gemäß der Anklage keine verzweifelte Amoktat, sondern wurde mit hoher krimineller Energie in der Hoffnung auf große Spekulationsgewinne geplant. Sie weist damit in die Zukunft.
Ob W. sich im weiteren Verlauf der Verhandlung, die zunächst auf 18 Prozesstage angesetzt ist, erklären wird, ist noch unklar. Gegenüber der Polizei hat er die Tat abgestritten.


Herrschaftszeiten!
Fast alle Zutaten für eine Fremdsteuerung sind hier enthalten.

mfG
nereus
Psychogramm eines Angeklagten

Im Schwarzwälder Boten vom 17.12.2017 erfährt man etwas mehr über den „BVB-Bomber“.  Wink

Auf der Anklagebank des Schwurgerichts sitzt bald Sergej W., ein 28-jähriger Facharbeiter aus Freudenstadt – technisch sehr begabt, eher mittelgroß, wortkarg, menschenscheu.
Bei den Prozessbeteiligten stieg zuletzt die Nervosität:
Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitierte vorab aus der Anklageschrift und dem psychologischen Gutachten über den mutmaßlichen Täter.
Der scheint die Ruhe wegzuhaben: Sergej W. schweigt zu den Vorwürfen und erklärt -weiter stoisch, „nichts gemacht“ zu haben.
Im psychiatrischen Gutachten steht laut „Spiegel“, dass sich der 28-jährige Deutschrusse, seit acht Monaten in Untersuchungshaft, in „gutem Allgemeinzustand“ befinde, aber „extrem misstrauisch“ sei.
In der Schule sei er öfter „Opfer von Mobbing“ gewesen. Den Umzug der Familie vor rund 14 Jahren aus einer Industriestadt im Ural in den Schwarzwald habe er „nicht als stark belastend“ empfunden. Zwei Monate vor der Tat habe sich seine Freundin von ihm getrennt.


Quelle: https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhal...54261.html

Also mal dies und mal das und dann wird es interessant!

Weitere Stichworte: Schwermut, Selbstmordversuche, Angst vor Menschen, Behandlung beim Psychiater, stimmungsaufhellende Medikamente, Einsamkeitsgefühle, Sehnsucht nach Liebe.
Ein unglücklicher junger Mann, der auf der Suche nach seinem Weg mal in Seilen hängt?


Kennen wir das nicht schon von anderen Fällen?  Huh

Nun werden Kritiker natürlich sofort einwenden: Das ist doch völlig „normal“, daß Bekloppte, die irgendwann austicken, vorher in der Klapse waren oder zumindest in psychiatrischer Behandlung.
Ich sehe das anders.
Ich sehe da eher einen Hinweis, dem man nachgehen sollte.
Auch Ali Sonboly zog diese Psycho-Spur hinter sich her, die durch Widersprüchlichkeiten glänzte.
Und irgendetwas war da auch bei Tim K. – aber das ist lange her.

Das passt nicht zum anderen Bild von Sergej W. Er zeigt Ehrgeiz.
Die Lehre zum Elektroniker schloss er 2015 als Bester seines Fachs ab, mit der Note 1,5 und einem Preis.


Der schwermütige Russe glänzte durch Top-Engagement im Beruf.
Der von seinen Mitschülern verachtete Iraner trug Zeitungen aus und reparierte IT-Teile, um sich Kohle dazu zu verdienen.
Und beide waren zuvor in den „Händen“ der Psychos.

Und natürlich gibt es auch eine Info zur Investition des „Täters“.

Wenngleich bis zum Urteil die Unschuldsvermutung gilt, erscheinen die Indizien erdrückend. Einige Tage vor dem Anschlag hatte Sergej W. 45 .000 Euro Kredit aufgenommen und für 44. 300 Euro Spekulationsscheine gekauft, darunter sogenannte Put-Optionen.
Das Kalkül: Wenn die BVB-Aktie an der Börse abstürzt, lässt sich mit solchen Papieren ein Vielfaches an Gewinn machen.
Im besten Fall wäre eine halbe Million Euro drin gewesen, so die Staatsanwaltschaft.
Tatsächlich hatte W. die Optionsscheine am Tag nach dem Anschlag verkauft und rund 5.870 Euro Gewinn erzielt.


Am 22.12. lies der Bote aus dem Schwarzen Wald dann seine Leser wissen:

Klar ist, dass W. sich über Kredite 44.000 Euro besorgt hatte, die er über sogenannte Put-Optionsscheine darauf setzte, dass die Aktie des BVB einbrechen würde.

Mit Zahlen tut sich die Journaille besonders schwer.
Allerdings, mit nix Konkretem kann man auch KONKRET nichts anfangen oder gar nachrechnen.
Die vorgeschobene Blödheit könnte nämlich auch perfides Taktieren sein.

Die ZEIT hatte ihre Leserschaft darüber informiert, daß Sergey W. 26.000 € für die Optionsscheine ausgab. Der Schwarzwälder Bote packt da nochmals 18.300 Euronen oben drauf und das war auch anderswo zu lesen.
Die Staatsanwaltschaft operiert offensichtlich mit mehreren Werten, denn von irgendwo müssen die Presse-Fuzzis ihre Information schließlich haben!
Das läßt seeehr tief blicken. würg
Da verblaßt sogar der Smiley.

Der Kredit, von dem Focus schrieb (40.000 € von der Postbank) hätte zum Erwerb der Papiere des Schwarzwälder Boten nicht einmal gereicht.
Nichtsdestoweniger wußte die ARD Anfang Mai von einem Kauf von 60.000 Optionsscheinen zu berichten.

Och, mönsch!  Angry

mfG
nereus
Da isser ja, der Rudolf S., der leider anonym bleiben will.

[Bild: rudolf-s-bvb-100~768x432?cb=1513766090555]

Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/bvb...r-100.html

ZDF-Reporter Ralph Goldmann sprach mit dem Mann, der gerne mal in schwarz-gelber Fan-Kluft durchs oberösterreichische Bad Ischl spaziert und offenbar den entscheidenden Anteil daran hatte, das Verbrechen aufzuklären. Er will anonym bleiben.

Klar.
Beim Spazierengehen in Oberösterreich in knallig gelber BVB-Kluft beweist man förmlich den Hang nach Anonymität.

Hören wir zunächst einmal, was der Mann zu sagen hat.

heute.de: Herr S., wie fing das alles an am 11. April 2017?

Rudolf S.: Ziemlich genau um 15.30 Uhr, also fast vier Stunden vor dem Anschlag, habe ich im Computer nach meinen eigenen Put-Optionen geschaut und dabei gesehen, dass an diesem Tag bereits 15.000 Stück gekauft worden waren.
Das hat mich aber zu diesem Zeitpunkt nicht interessiert, weil ich noch nicht wissen konnte, was es bedeutet. Es hat mich nur überrascht, weil in Frankfurt diese Stücke so gut wie überhaupt noch nicht gehandelt worden sind, sondern eher in Stuttgart.
Die Umsätze in Stuttgart waren in der Vergangenheit immer sehr gering.


Interessant!
Der Herr S hat selbst auf fallende Kurse gesetzt.
OK, verboten ist es nicht – aber etwas seltsam.

heute.de: Und dann?

Rudolf S.: Später habe ich dann mein Zimmer für die Übertragung dekoriert, um mit meinen Söhnen das Spiel gegen Monaco schauen zu können. Da hätten wir es uns dann gemütlich gemacht. Stattdessen mussten wir die Berichte im Fernsehen über die Explosion und die Spielabsage gesehen.


Dann muß er auf eine Niederlage gegen Monaco gesetzt haben.
Das finde ich bei einem eingefleischten BVB-Fan zumindest ungewöhnlich.
Und dann auch noch gegen den Traum-Verein sich finanziell zu positionieren – also ich weiß nicht.
Doch selbst eine Niederlage hätte keinen größeren Kursrutsch bedeutet, wie er selbst in seinem Schreiben andeutet.
Also, Herr S. warum haben Sie selbst auf fallende Kurse gesetzt?

Zwischen elf und halb zwölf bin ich ins Bett gegangen und war auch gar nicht so sehr beunruhigt, weil ich gehört habe, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist.
Mitten in der Nacht bin ich dann aufgewacht und mir sind diese Put-Optionsscheine wieder eingefallen. Ganz ungewöhnlich, das muss ich mir am nächsten Tag mal anschauen, habe ich mir gedacht und eine Notiz gemacht. Dann bin ich wieder eingeschlafen.

heute.de: Und am nächsten Morgen haben Sie nochmal nachgeschaut?
Rudolf S.: Ja, ich habe dann nachgeschaut und insgesamt 60.000 Optionsscheine gefunden, die am 11. April 2017 gekauft wurden. Dann habe ich um acht Uhr in Dortmund angerufen, weil ich mir sicher war, dass das irgendetwas zu bedeuten hat, weil das einfach so ungewöhnlich war. Mir ist das aufgefallen und ich habe versucht, auf hochdeutsch dem Beamten zu erklären, um was es geht.
Aber das ist natürlich schwierig, wenn da ein Österreicher anruft und irgendetwas von Put-Optionsscheinen erzählt.
Da können sie sich vorstellen, dass das Gespräch nicht so der Bringer war.

heute.de: Hat man Ihnen die Geschichte abgenommen? Hat man das verstanden?

Rudolf S.: Ich glaube eher nicht. Ich habe erklärt, was ich glaube und dass man sich das anschauen soll.
Später habe ich noch ein zweites Mal angerufen. Es hat so etwas ja noch nie gegeben. Das konnte keiner ahnen.
Was mir komisch vorgekommen ist, war, dass die Optionen, die er gekauft hat, extrem kurzfristig waren. Das waren die kurzfristigsten, die es gibt.
Er hat eine Versicherung gekauft, die ihm einen Gewinn für den Fall garantiert, dass der Kurs der BVB-Aktie unter einen bestimmten Wert fällt.
Es hätte dafür etwas Schlimmes passieren müssen. Es ist so, als ob sie eine Feuer-Versicherung für ein Haus abschließen und es dann anzünden, obwohl sie wissen, dass da 28 Leute drin schlafen. Das ist der absolute Wahnsinn.


Ja, Wahnsinn!
Da gibt jemand einen Tipp, der einen hinreichenden Anschlagsgrund beinhalten könnte, aber die Polizei findet das nicht so prickelnd, wegen des Dialekts und so.
Und das Aufwachen - mitten in der Nacht – indiziert auch den nötigen Gruseleffekt.

heute.de: Wie ging es weiter?

Rudolf S.: Ich habe noch mehrere Mails geschrieben, unter anderem auch an den BVB. Der hat die Ermittler und die Bank informiert.

Die hat eine Geldwäsche-Anzeige gegen den Händler erstattet.
Dann haben sie über die IP-Adresse festgestellt, dass er die Optionsscheine aus einem Zimmer im Mannschaftshotel des BVB geordert hat.
Ein paar Tage später wurde er festgenommen.


Aaah, jetzt will man irgendwie noch den Schwenk zum Broker hinkriegen.
Ist aber leider zu spät.
Nach dieser Story von Herrn S. mußte der Händler zum „Jagen getragen werden.“
Ursprünglich war aber vermeldet worden, daß ein waches Auge bei Comdirect unruhig geworden war.
Wenn tatsächlich dieser Tipp von einem Anleger gekommen wäre, hätte sich die Journaille niemals diese Super-Story entgehen lassen.

BVB-Fan hinter den sieben Bergen mit Hochgebirgs-Dialekt findet den goldenen Schlüssel zum Finanz-Terroristen. Der Typ wäre von Lanz zu Maischberger durchgereicht worden und Franz Josef Wagner hätte sich bei BILD zehntausendfach bedankt.
Ach so – ich vergaß, der Knallgelbe wollte anonym bleiben.

heute.de: Hat sich der BVB anschließend bei Ihnen bedankt?

Rudolf S.: Ich habe mir als "Belohnung" einen BVB-Geschäftsbericht mit einer Widmung von Hans-Joachim Watzke  gewünscht und den habe ich auch bekommen.
Im Juni hat sich der österreichische Verfassungsschutz im Amtshilfeverfahren gemeldet und mir gesagt, dass außer mir sonst niemand einen Hinweis auf die auffälligen Transaktionen gegeben habe.


Einen Geschäftsbericht  Big Grin  – ich fasse es nicht.  Big Grin
Jeder BVB-Fan hätte eine Begegnung mit dem Club erwogen, die durchaus auch ohne Presse hätte stattfinden können.
Vermutlich hätte man den „Helden“ sogar auf eigene Kosten nach Dortmund eingeflogen und ihn fürstlich bewirtet.
Doch das wollte unser Anonymer ja nicht.
Der war mit dem Geschäftsbericht voll zufrieden.

Diese Story so beschissen, das einem schlecht wird.  Angry

heute.de: Sind sie stolz auf das, was sie getan haben?

Rudolf S.: Das Wichtigste ist mir eigentlich, dass niemand mehr in Zukunft so etwas machen kann. Der mutmaßliche Täter hat ja offenbar schon nach weiteren Zielen gesucht. Das ist in Zukunft mehr oder weniger ausgeschlossen, weil das als Motiv jetzt in den Köpfen der Polizei ist. Das ist das Entscheidende daran.
Ich bin jetzt nicht irgendwie stolz. Für mich gibt es keine Zufälle und deshalb habe ich das getan, was ich tun musste.


Das hast Du ganz prima gemacht, Rudolf.
Und jetzt widme ich mich nochmals Deinem Schreiben an den BVB.

[Bild: bvb-mail-rudolfs-100~768x432?cb=1513765949151]

Also, er sehr flott reagiert, wie das Datum der E-Mail beweist.
Es sollen also am 11.04. je 4 x 15.000 Put-Optionsscheine in „Mainhattan“ gekauft worden sein. Das paßt erst einmal.

Allerdings blieb der Generalbundesanwalt standhaft bei 15.000 Stück.
Da ist die Meldung: http://www.generalbundesanwalt.de/de/sho...newsid=695

Wie paßt das jetzt mit den Ösi-Recherchen zusammen?
Wenn im Mannschafts-Hotel nur 15.000 Stück gekauft wurden, wer hat dann die anderen 45.000 Stück erworben?
Und der der Schreiber erklärt selbst, die eingesetzten Summen waren sehr klein und unauffällig.

Das ist auch richtig, aber dann reagiert dummerweise auch nicht die Finanzaufsicht, denn Zockereien unter 5.000 € interessieren dort keinen Menschen.
Es klemmt also mehr oder weniger überall.
Deswegen spricht man jetzt auch nur noch von einem Verfall der Papiere im Juni 2017.
Ursprünglich war der Ablauf auf den 17.6. datiert, der allerdings dummerweise auf einen Sonnabend fiel.

Doch unabhängig von der schrägen Story hätte man sich aufgrund dieser Mail an den BVB mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an die Polizei gewandt und die Sache wäre in allerkürzester Zeit aufgeklärt gewesen.
Daher bleibt es außerordentlich mysteriös, daß am 21.04. die ermittelnde Generalbundesanwaltschaft nach wie vor bei ihren 15.000 Stück für die gekauften Put-Optionsscheine geblieben war.

Aber der Anonyme auch noch anderswo (OÖ Nachrichten) sein Wissen offenbarte, lauschen wir noch einmal dort hinein.

Rudolf Sch. glaubt nicht an Zufälle.
Er, der glühende BVB-Dortmund-Fan und tief religiöse Protestant, glaubt an Fügung.
Am 11. April, dem Tag des Anschlages auf den BVB-Mannschaftsbus, bemerkte der 47-jährige ehemalige Bankangestellte und Aktienexperte eine ungewöhnliche Börsentransaktion, postete in einem Internetforum seinen Verdacht, informierte Behörden, den Anwalt des BVB und Medien.


Quelle: http://www.nachrichten.at/oberoesterreic...t4,2764372

Was macht er denn jetzt beruflich so, der Rudolf?
In einem Alter von 47 Jahren muß man normalerweise noch etwas tun.

OÖN: Sie wohnen 800 Kilometer vom Anschlagsort entfernt. Wie kam es dazu, dass Sie die Ermittler auf die heiße Spur geführt haben?

Rudolf Sch.: Eigentlich wollte ich nur den Kurs meiner Put-Optionsscheine im Internet kontrollieren. Einige Stunden vor Spielbeginn habe ich dann etwas noch nie Dagewesenes entdeckt. Jemand hat im großen Stil auf einen Absturz des Aktienkurses meines Fußballklubs BVB gewettet. Wie sich später herausstellte, hatte Sergej W. 43.000 Euro in Form von Derivaten investiert.


Ja, gewettet GEGEN Deinen Fußballklub.
Aber wenn man selbst mit Put-Optionen handelt und bei der Kurskontrolle auf die Geschäfte anderer stößt – sprich Umsätze – dann stellt sich die Frage:
Warum hast Du als Fan gegen Deinen Verein gewettet?
Und wie sich später herausstellte, soll der Russe angeblich mit 26.000 € Einsatz gewettet haben.

OÖn: Die Ermittler gingen von einem islamistischen Hintergrund aus. Später war dank Ihnen von Börsenspekulationen die Rede. Wie haben Sie das geschafft?
Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht, und auf einmal fallen mir die Put-Umsätze in Frankfurt ein. Daraufhin habe ich die Polizei in Dortmund kontaktiert. Da ein Anschlag in dieser Form noch nie vorgekommen ist, hat man mich, glaub ich, nicht ernst genommen. Einige Tage hat sich keiner bei mir gemeldet. Meine Familie machte sich bereits einen Spaß daraus und und sagte, ich bilde mir da etwas ein. Da ich sehr gläubig bin, hab ich mir gedacht: Wenn sich meine Vermutung bewahrheiten sollte, dann wird Gott es schon richten."

OÖN: Sie ließen nicht locker, kontaktierten Verein und Medien.

Mein Ziel war es die Öffentlichkeit zu informieren. Deshalb habe ich alles versucht und zusätzlich eine E-Mail an den Anwalt des BVB geschrieben, in einem Internetforum gepostet und mit der Redaktion der ARD-Börse telefoniert. Diese brachte bereits am selben Nachmittag einen Onlinebericht über die Optionsscheine. Die Mail an den BVB ist bei den Ermittlern gelandet. Die Fahnder besorgten sich die Unterlagen über die Börsentransaktionen. Nach einer Woche konnten sie den Bombenleger schnappen.


Ja, der liebe Gott hat es gerichtet und nach einer Woche war alles geklärt.
Doch das paßt nun einmal mit den am 21.04.verkündeten 15.000 Optionsscheinen und dem Tip von der Comdirect-Finanzaufsicht nicht zusammen.
Ich bin da sehr kleinlich, lieber Rudolf, weil Ereignisse eine gewisse Konsistenz und Harmonie aufweisen müssen.

Und wie ich bereits schrieb, hätte sich die Boulevard-Presse niemals diese Rührseelen-Story durch die Lappen gehen lassen.
Wenn Du allerdings der große Unbekannte hättest bleiben wollen, dann wäre auch jetzt keine Info an die Öffentlichkeit gedrungen.
Bad Ischl ist ein Nest mit knapp 14.000 Einwohnern.
Meinst Du da findet man einen Ex-Banker, der 47 Jahre alt ist, mindestens zwei Söhne hat und sich durch das zeitweise Tragen von BVB-Kluft als lokales „Original“ outet, nicht?
Wie viele BVB-Fans wird es wohl in Bad Ischl geben?
Um den Kreis zu schließen zitiere ich noch aus der Krone vom 04.12.2017.

Daheim in Bad Ischl hat Rudolf Sch. einen eigenen BVB-Fanraum und besitzt  Aktien des Fußballvereins. Auch sogenannte Put-Wertpapiere, die auf das Fallen eben dieser Aktien setzen - quasi als Absicherung. Als am 11. April 2017 die Sprengsätze beim BVB-Bus detonieren, Druckwelle und Schrapnelle den Bus treffen, ein Kicker und ein Polizist verletzt werden, stürzt die BVB-Aktie ab.

Doch der Bad Ischler hat ja seine "Versicherung" und bemerkt beim Check seiner Wertpapiere, dass jemand kurz vorm Attentat 15.000 Stück solcher Papiere gekauft hatte. Aus dem Einsatz von 78.000 Euro hätten durch das Fallen der BVB-Aktie nach dem Attentat vor dem Heim gegen den AS Monaco fast vier Millionen Euro werden sollen.


Würde man das Geschreibsel wörtlich nehmen, hätte der Optionsschein 5,20 € gekostet (ohne Maklerprovision). Das entsprach in etwa dem damaligen Aktienkurs.
Mehr Chaos geht wirklich nicht.

Und damit die Leser auch die Club-Treue des Bad Ischlers wirklich nachvollziehen können, gibt es jetzt noch ein Bild aus seinem „Vereinszimmer“ mit gelber Auslegware.

[Bild: image-1221251-galleryV9-qhmw-1221251.jpg]

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/anschlag-a...81420.html

Womit haben wir das nur verdient?  Sad

mfG
nereus
Ein Mitschnitt vom WDR Fernsehen: https://ufile.io/z75n3
Geständnis vor Landgericht

Anschlag auf BVB: Sergej W. gesteht Tat und bestreitet Tötungsplan

DORTMUND Eine halbe Million Euro Gewinn hätte ihm sein Plan laut Anklage einbringen können - jetzt hat Sergej W. im Prozess um den Anschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund gestanden. Er habe aber niemanden verletzen wollen.

Mit stockender Stimme und starkem osteuropäischem Akzent hat Sergej W. den Bombenanschlag auf den BVB gestanden: „Ich bedauere mein Verhalten zutiefst. Ich kann es mir selbst nicht erklären“, sagte der 28-Jährige am Montag vor dem Schwurgericht. Wichtig sei ihm aber vor allem eins: „Ich wollte niemanden verletzen oder schwer verletzen und erst recht niemanden töten.“

Der Angeklagte räumte ein, dass er mit der Tat reich werden wollte. „Es ist richtig, dass ich einen Kursverlust der BVB-Aktie erwartet habe“, sagte W. in seiner Erklärung. Verteidiger Carl Heydenreich wurde später noch etwas konkreter. Sein Mandant habe darauf gebaut, dass nach dem Attentat das Champions-League-Spiel gegen AS Monaco abgesagt und der BVB aus dem Wettbewerb ausscheiden würde. Dies hätte eine „nachhaltige wirtschaftliche Schwächung des Vereins“ bedeutet, aus die Sergej W. mit Optionsscheiden spekuliert habe. Auch Heydenreich betonte aber noch einmal, dass sein Mandant keinerlei Tötungsabsicht gehabt habe. „Es sollte realitätsnah ein ernsthafter Anschlag dargestellt werden“ , so der Rechtsanwalt.

BVB-Verteidiger Bartra wurde beim Anschlag am Arm verletzt

Bei dem Anschlag am 11. April waren insgesamt drei Splitterbomben gezündet worden, als der Mannschaftsbus des BVB gerade am Teamhotel zum Champions-League-Spiel gegen AS Monaco abfuhr. Ein Polizist erlitt ein Knalltrauma, Abwehrspieler Marc Bartra wurde im Inneren des Busses schwer am Arm verletzt.

Die Staatsanwaltschaft hat den Deutschen mit russischen Wurzeln unter anderem wegen 28-fachen versuchten Mordes angeklagt. Laut Anklage kaufte Sergej W. in der Woche vor dem Anschlag für mehr als 26.000 Euro Optionsscheine und Kontrakte - und schloss mit diesen sozusagen eine Wette auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie ab. Wäre der Kurs tatsächlich auf einen Euro abgerutscht, hätte der 28-Jährige über eine halbe Million Euro Gewinn gemacht.

Der BVB ist der einzige Fußballverein in Deutschland, dessen Aktien an der Börse gehandelt werden. Sergej W. wurde zehn Tage nach der Tat festgenommen.

https://www.ruhrnachrichten.de/Staedte/D...43888.html
Ich muß ehrlich gestehen: Das hätte ich nicht erwartet.

Der junge Russe gesteht tatsächlich diesen Anschlag.

Damit haben alle meine vorherigen Analysen und Überlegungen ihren Zweck eingebüßt.
Ich lag falsch.

So richtig glauben, kann ich das noch nicht, weil einfach zu viele Ungereimtheiten aufgelaufen waren.
Möglicherweise haben ihm auch die Anwälte zu diesem Schritt geraten, um das Strafmaß zu reduzieren, weil alles andere nicht beweisbar wäre oder alles noch schlimmer gemacht hätte.

Fakt bleibt aber: Meine VT hat sich (vorerst) in Luft aufgelöst.
Das schmerzt ein wenig, aber ich kann diese Geständnis nicht ignorieren - so viel Realitätssinn muß schon sein.  Confused

mfG
nereus
[Bild: c5706817-97d7-43fc-8de5-64f9b80c8966_800.jpg]

Zur Erinnerung: so sah der Bus nach 3 Explosionen aus. Ich bin auch überrascht, dass der Angeklagte es zugegeben. Ich frage mich weiterhin, warum der Schaden so gering ist.
Es bleibt wirr.

BILD meldet:  Rechtsanwalt Carl W. Heydenreich in einer Prozesspause:
„Er hat sich entschuldigt, dass er die Sprengvorrichtung angebracht und gezündet hat. Er wollte aber keine Menschen verletzen oder töten.
Er wollte nur ein Droh-Szenario darstellen, damit der BVB aus der Champions League ausscheidet, und das hätte zu einem kurzfristigen Wertverlust der BVB-Aktie geführt. Er hat gesagt, dass es aus finanziellen Motiven passiert ist.“
Der Angeklagte habe nach der Trennung seiner Freundin keinen Sinn mehr in seinem Leben gesehen, so sein Verteidiger.
Heydenreich: „Man muss sich doch die Frage stellen, woher der Gedanke kommt, dass er mehr wollte, als passiert ist. Dass er mehr wollte, ist für mich durch nichts belegt.“

Diese Einschätzung wurde nicht von anderen Prozessbeteiligten geteilt. Alfons Becker, Nebenklageanwalt des BVB zu BILD: „Ich kann mir vorstellen, dass der Angeklagte mit dieser Einlassung nicht durchdringt. Ich halte allein für nicht nachvollziehbar, dass man ein Gerät bedient, von dem man nicht wissen kann, wie es sich auswirkt.“


Quelle: http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/b....bild.html

Eigentlich wird es immer abstruser.
Wenn man kein Sinn mehr im Leben sieht, dann will man plötzlich ganz viel Kohle auf höchst riskante Art verdienen?
Da ist ja das Motiv des Mörders von Mia nachvollziehbarer, denn er hat sich am Objekt der Begierde gerächt.

Und was der Anwalt erzählt, ist auch ziemlich schräg.
Der Gewinn – auf welcher Basis der auch immer errechnet wird – fällt umso höher aus, je dramatischer die Anschlagsfolgen sind.
Wenn also die halbe BVB-Mannschaft schwer verletzt oder gar getötet worden wäre, dann wäre der Club über Monate spielunfähig gewesen und da wäre die Aktie tatsächlich in schwere Turbulenzen geraten, wenn wir mal die schnelle Aussetzung vom Handel außer Betracht lassen.
Aber lediglich ein großer Knall, bewegt die Aktie nur marginal, wie auch am Tattag bzw. danach geschehen.

Solch simple Logik müßte sich auch einem Anwalt erschließen.
Mir ist schon klar, daß die Verteidigung auf die billigste Nummer setzt, aber ich finde die Story dermaßen unterirdisch, daß ich sie einfach für erfunden halte.

Der Russe treibt  einerseits einen Riesenaufwand und will dann möglichst wenig Wirkung. Und dann treibt er sich auch noch rotzfrech am Tatort herum?
Vor dem Anschlag war er der Harmloseste aller Harmlosen und vor Gericht ist er wieder blass, wie einst.
Warum hat er dann ein dreiviertel Jahr geschwiegen, wenn doch die Beweise von Beginn an erdrückend waren?
Oder kann man irren Menschen nicht mit Vernunft und Logik kommen?

Hat er auch die 3 Bekennerschreiben verfaßt?
Wie kommt der Kerl zu 46.000 € Kredit?
Und warum konnte Karlsruhe nur 15.000 Optionsscheine darstellen, während jetzt weit über 100.000 Scheinchen auf dem Tisch liegen?
Hatte er schon zuvor gezockt?
Wo bleiben die Beweise?
Von Null auf Hundert in Börsen-Transaktionen geht nicht - da muß man sich nach und nach einarbeiten.

Warum will der Entdecker aus Österreich unbekannt bleiben, wo er doch von diesem Typen kaum Gefahr erwarten dürfte?
Warum faselte man anfangs von Bundeswehr-Sprengstoff und und und ..?

Warum wird eigentlich die Freundin nicht kontaktiert und warum verschwand sie ans andere Ende der Welt - quasi unerreichbar?

Huh  Huh  Huh

Die Nummer stinkt oder ich denke viel zu kompliziert.

mfG
nereus
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