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Normale Version: Augenzeugen
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Das gesamte Voss-Interview durchzieht die Distanziertheit - die ja angeblich gerade NICHT vorhanden sei laut Moderation/Interviewer. Noch VOR der Ankunft will er schon die Parallele zu Nizza gezogen haben? Und dann zeigt er auf den Bereich, in dem er gewirkt habe. Bereich. Gelände. Ich würde von den Menschen sprechen, die hier oder da lagen, die er hier oder da so oder so mit diesem oder jenem behandelte.
Am auffallendsten sind aber zwei ganz konkrete Wörter:
Er spricht von einer AKTION für den Massenmord oder Terrorangriff oder wie auch immer das genannt wird. Aber Aktion würde niemand, der die offizielle Sichtweise glaubt, sagen. Außer er weiss, dass es sich um eine Aktion handelt. Das Wort liegt knapp neben "Event".

Der zweite Begriff ist der, den Voss sogar verschriftlicht hatte: die Unmenge an Schuhen. Man müsste mal die Videos danach bewusst durchsuchen - aber das ist ja auch das Kennzeichen von London: die Schuhe.
These: bekleidet man Übungspuppen mit normaler Kleidung, wird man die -zumal in liegender Position - gut fixiert bekommen. Schaufensterpuppen haben ja dafür auch diese zierlichen Unternormal-Maße. Schuhe hingegen wollen genau passen, müssen dann noch geschnürt werden und fallen beim Transport leicht herunter.
Keinesfalls aber gehört das Ausziehen von Schuhen irgendwie zu irgendwelchen normalen Notfallmaßnahmen bei echten verletzten, und auch ist das Abstreifen von Schuhen im Unfallgeschehen Unsinn.

Nehme ich aber eie Puppe, die voll bekleidet in einem Wagen liegt, als Einzelperson unter die Arme und ziehe sie an eine Liegestelle, dann fallen die Schuhe eben leicht, da an den Hacken schleifend, von der Puppe ab.
Und müssen nachgetragen werden - aber zum Anziehen fehlt die Zeit...
Rein körpersprachlich halte ich Voss für wenig glaubwürdig.

INP
"Das gesamte Voss-Interview durchzieht die Distanziertheit...."

Genau das dachte ich auch beim Anschauen dieses Interviews vor einigen Wochen. Die Aussagen und Formulierungen kamen mir sehr allgemein vor, nicht direkt auf diesen Anschlag am Breitscheidplatz bezogen. Er schien mir aus seiner früheren Berufserfahrung zu berichten (wurde ja als gelernter Rettungssanitäter vorgestellt). Ob er dies heute noch hauptberuflich macht, war nicht ganz klar.

Ich muss das Video heute Abend nochmal anschauen.
"Unmenge an Schuhen" damit drückt Voss etwas entscheidenes aus. Es war ein Schuhgeschäft.
Ich halte Voss für wenig glaubwürdig.
Nach dem Anschlag hätte man erwartet, dass dutzende von Menschen aus Schmerz nach Hilfe rufen und ratlose Angehörige schreiend herumlaufen würden. Das war aber nicht der Fall. Im Gegenteil: Mehrere Medienbeiträge hervorhoben die seltsame Stille am Tatort, sogar im Titel ihrer Story.

Der Tagesspiegel berichtete am 20. Dezember, dass am Breitscheidplatz einige Zeit nach der Tat eine « unwirkliche Stille » herrschte.[1] Ähnlich berichtete RP Online: «Der Ort selbst war überraschend ruhig, kein lautes Gebrüll.»[2] Journalist Jan Hollitzer, der Minuten nach dem Ereignis am Ort war, schrieb im Hamburger Abendblatt über «diese dunkle, ohnmächtige Stille in dieser kleinen weihnachtlichen Gasse. Kein lautes Geschrei von Opfern ist zu hören.»[3] David Böcking und Kollegen betitelten ihre Story auf Spiegel Online am 20. Dezember: « Unfassbare Stille ».[4] Auch die drei Freundinnen Karina Douch, Yannick Alltet und Karim Akel Frej von Brüssel erwähnten in einem Interview mit einer norgwegischen Zeitung die seltsame Stille am Tatort in Berlin. Karina Douch, die auch die Anschläge im Brüsseler Flughafen im März 2016 erlebte, verglich erstaunt das Kaos, die Schreie und das Weinen in Brüssel mit der Stille auf dem Weihnachtsmarkt. Ihr schien zunächst als wäre in Berlin überhaupt nichts passiert.[5] Ein weiterer Augenzeuge namens Stefan Knapp sagte « es war erstaunlich leise»[6] und ein nicht identifizierter Passant berichtete laut stern von einer "gespenstischen Stille" vor Ort. Es habe keine Panik, keine Schreie gegeben. Er beschreibt paralysierte Menschen mit geschockten Gesichtern, die "wie Zombies" dastanden.[7]

Die dokumentierte Stille hat zweifellos eine Bedeutung zum Verständnis des Ereignisses. Diese Bedeutung kann aber nur durch die Heranziehung von anderen Befunde erarbeitet werden.

Es gab allerings auch ganz andere Aussagen. Zum Beispiel sagte Emma Rushton: “It ploughed through people and the wooden huts, it tore the lights down. Everything went dark, it was black and there was screaming. It was awful,” she said.[8]   Ihre Aussage scheint aber ganz allgemein unglaubhaft. Es stimmt nicht dass der LKW die Lichterkette herunterriss und alles dunkel wurde.
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1. Maria Fiedler und Johannes Laubmeier, Mitten ins Herz, Der Tagesspiegel, 20.12.2016, 01:26 Uhr, B209
2. Jan Drebes und Frank Vollmer »Warum sterben hier Leute?" RP Online, 20.12.2016, B212
3. Jan Hollitzer, Die erschreckende Stille nach dem Terror, Hamburger Abendblatt, 21.12.2016, B247
4. David Böcking et al, Unfassbare Stille, Spiegel Online, 20.12.2016, B201
5. Benjamin Ekroth, Andrea Gjestvang und Siri Eggen, Wael (28) fra Aleppo ble vitne til dramaet: Det var som en spøkelsesbil, VG Nyheter, 20.12.2016, B260
6. Constanze von Bullion, Verena Mayer und Florian Hassel, “Es war erstaunlich leise”, Tages Anzeiger (CH), 20.12.2016, B261
7. "Gespenstische Stille" nach dem Anschlag, stern, 20.12.2016, B066
8. https://www.theguardian.com/world/2016/d...mas-market
Erlebniszeuge

Folgende Personen wurden als Erlebniszeuge von Medien in Bezug auf die Anschläge in Berlin zitiert.  Auf Tabelle 1 sind nur jene Personen angeführt, die erzählt hatten, sie hätten den Angriff selbst erlebt. Auf Tabelle 2 sind jene Personen angeführt, die unmittelbar nach dem Angriff den Tatort besichtigten.

Emma Rushton (Großbritannien, Journalistin)
Giuseppe Lagrassa (Italien, Schauspieler - Verletzt)
Imanuel Zadig Onnasch (Kanada, Wirtschaftsberater)
Inaki Ellakuria (Spanien, Student - Verletzt)
John Thompson (Großbritannien, Geschäftsmann)
Lana Sefovac (Bosnien)
Lara Colombo (USA)
Lucas Vandenberg (Deutschland, Musiker)
Mereike-Vic Schreiber (Deutschland, Studentin/Journalistin)
Mike Fox (Großbritannien)
René Köchel (Deutschland, Schausteller - Verletzt)
Rhys Meredith (Großbritannien)
Russell Schulz-Widmar (USA, Komponist)
Shandana Durrani (USA, Journalistin)
Stefan Knapp (Griechenland, Fotograf)
Trisha O’Neill (Australien, Studentin)
Vivian Hilse (Deutschland, Schülerin)
Wael Adnan (Syrien)
Yana Zheliznyk (?)

Insgesamt 20 mit vollem Namen zitierten Erlebniszeuge, davon nur vier Deutsche.
Die junge Frau namens Lana wurde an anderer Stelle Lana Sehovic genannt. Hier berichtet sie.

http://www.telegraf.rs/english/2522118-l...-mom-video

und hier in einem anderen Zusammenhang in einem Artikel aus der taz

http://www.taz.de/!5014501/
(05.04.2017, 20:39)fhh schrieb: [ -> ]Die junge Frau namens Lana wurde an anderer Stelle Lana Sehovic genannt. Hier berichtet sie.

http://www.telegraf.rs/english/2522118-l...-mom-video

und hier in einem anderen Zusammenhang in einem Artikel aus der taz

http://www.taz.de/!5014501/

Kann es sein, dass Lana ihrem Verlobten mit der Aussage behilflich sein will, endlich seinen Sicherheitscheck zu bestehen?
Ein Gedanke zur "gespenstischen Stille"

Dass Verwundete bzw. Verletzte nicht unbedingt stöhnen oder gar schreien erscheint mir plausibel - Stichwort "Schock".

Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, mit wieviel Stresshormonen die Helfer vollgepumpt sind, wenn sie versuchen möglichst schnell möglichst viel "richtig" zu machen. Und da wird gebrüllt, geflucht, geschimpft etc. und/oder hektisch umhergelaufen.

Und ich denke, dass genau das bei den Tatorten Berlin, aber eben auch München, Nizza etc. fehlt...
(05.04.2017, 20:39)fhh schrieb: [ -> ]Die junge Frau namens Lana wurde an anderer Stelle Lana Sehovic genannt. Hier berichtet sie.

http://www.telegraf.rs/english/2522118-l...-mom-video

und hier in einem anderen Zusammenhang in einem Artikel aus der taz

http://www.taz.de/!5014501/


Sie wird mit drei verschiedenen Namen vorgestellt:

taz:  Lana Sehovic
Telegraf (Serbia):  Lana Sahovic
Deccan Chronicle: Lana Sefovac
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