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Medien und Blogs - HH-Barmbek
#31
https://www.abendblatt.de/hamburg/articl...z-auf.html
19.09.17

Nach G20 und Barmbek

Senat stockt Personal beim LKA und Verfassungsschutz auf

Hintergrund ist der hohe Arbeitsanfall nach G20 und der Messerattacke in Barmbek. Die konkreten Pläne.

Hamburg.  Im Kampf gegen gewaltbereite Islamisten setzt der Hamburger Senat mehr Mitarbeiter beim Landeskriminalamt (LKA) und Verfassungsschutz ein. Nach Angaben der Innenbehörde erhält das LKA nun elf zusätzliche Stellen. Zudem kämen beim Verfassungsschutz bis Mitte kommenden Jahres mehr als 20 Mitarbeiter für Observation und zur Auswertung von Hinweisen hinzu.
"Wir wollen unseren Kampf gegen den gewaltbereiten Islamismus mit aller Entschlossenheit fortsetzen", sagte Innensenator Andy Grote (SPD). Gerade nach dem Anschlag von Barmbek wollten die Behörden Personen mit psychischer Auffälligkeit und Radikalisierungshintergrund noch genauer in den Blick nehmen. Von den LKA-Stellen seien vier Kriminalpsychologen, Islam- und Sozialwissenschaftlern vorbehalten. Die insgesamt elf Stellen gehörten zum Paket mit etwa 50 Angestelltenstellen im LKA.
Rot-Grün hatte bereits Anfang September angekündigt, kurzfristig zusätzliches Personal bereitstellen. Konkret gehe es neben den LKA-Posten um 14 befristete Projektstellen in der Justiz. Bei ihr teilten sich die Arbeitsplätze in drei Stellen für die Staatsanwaltschaft, in jeweils zwei Richterstellen am Amts- und Landgericht sowie sieben Stellen im Servicebereich auf. Die Kosten wurden auf rund 2,5 Millionen Euro beziffert.
( dpa )
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#32
Der Mörder stach auf mich ein

http://www.bild.de/bild-plus/regional/ha....bild.html

Hamburg – Die Rückkehr an den Ort des Schreckens fällt ihm unsagbar schwer.
Dirk M. (57) ist eines von sechs Opfern, die das Attentat an der Fuhlsbüttler Straße überlebt haben. Alle wohnten nach BILD-Informationen in unmittelbarer Nähe, darunter eine Erzieherin, ein Rentner, ein Azubi.
Dirk M. ist der erste Betroffene, der die Kraft aufbringt, über die Wahnsinnstat von Ahmad A. (26) am 28. Juli zu berichten.

„Ich hatte gerade mein Fahrrad und meinen Rucksack vor dem Edeka abgestellt, als jemand in Panik herausstürzte und regelrecht in mich hineinrannte. Dann sah ich einen Mann, der hinterher kam...“
Dass dieser Mann ein großes Messer in der Hand hält, registriert Dirk M. einen Augenblick zu spät...
Der Hausmeister: „Ich versuchte einen der Stühle zu greifen, die vor einem Café gestapelt waren, und ihn damit umzuhauen. Doch als ich mich wegdrehte, spürte ich heftige Schläge an Schulter und Arm. Der Typ war völlig von Sinnen!“

Laut Anklage stach Ahmad A. dem arglosen Mann mit Wucht in die rechte Schulter und den rechten Brustkorb. Aber: Der Schock bewirkt, dass M. gar nicht registriert, wie schwer er verletzt ist!

„Ich bin einfach die paar Meter nach Hause gegangen“, erinnert er sich. „Erst ein Nachbar bemerkte, dass ich stark blutete und rief den Notarzt.“ M. kam in die Klinik: Not-OP! „Man sagte mir, ich hätte verbluten können. Ich danke Gott und den Ärzten, dass ich noch lebe!“
Der Gedanke an den Attentäter macht den Hamburger einfach nur wütend: „Ich hab ja erst später erfahren, was sich im Geschäft abgespielt hat. Dass es einen Toten gab. Der Typ ist ein Mörder, dieses Schwein!“

Mit der Tat wird das Opfer jeden Tag konfrontiert: „Ich habe eine Narbe, die ist knapp 10 Zentimeter lang und anderthalb Zentimeter tief. Es tut immer noch weh.“

Schlimmer sind die seelischen Qualen: „Ich habe Albträume und große Angst davor, dass mich jemand überfällt und mir nochmal was antut. Es fällt mir auch schwer, an dem Markt überhaupt vorbeizugehen.“

Was macht ihm Mut? „Der Typ ist erwischt worden, das ist die Hauptsache. Und alle zusammen haben dabei geholfen, das war ausschlaggebend.“
► Ahmad A. attackierte und tötete Mathias P. († 50). Ahmad A. handelte als Einzeltäter, er hatte keine direkten Kontakte zur ISIS-Terrorsekte.

Ahmad A. ist voll schuldfähig

Sein Geständnis unterschrieb Ahmad A. (26) mit dem Zusatz: „Ja, ich bin Terrorist.“ Und er bedauerte, nur einen Menschen bei seinem Amoklauf getötet zu haben. Ist so einer überhaupt schuldfähig?

Im Mordprozess, der im Januar beginnt, wird dies die wichtigste Frage sein. Der bekannte Psychiater Prof. Dr. Norbert Leygraf (Uni Essen-Duisburg) hat den Palästinenser untersucht.

Bekannt wurde, dass A. nur eine Stunde vor dem Blutbad noch zum Freitagsgebet in einer Moschee gewesen sein soll. Bereits 2015/2016 soll er sich zeitweise sehr intensiv mit religiösen Themen beschäftigt, im Koran gelesen und stundenlang geweint haben. Unheimlich auch seine Rede über die angebliche Unterdrückung von Moslems weltweit, die er, gekleidet in ein traditionelles Gewand, im November 2016 vor Flüchtlingen gehalten haben soll.
BILD erfuhr: In seinem vorläufigen Gutachten hält Leygraf den Messerstecher trotzdem für voll schuldfähig. Wie er zu diesem Ergebnis kommt, wird er im Prozess vor dem Oberlandesgericht erläutern.

—�-

edit MdW: Bilder von Dirk M. aus dem Artikel reiche ich noch nach
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#33
Das Opfer

   
Dirk M. (57, links) zeigt die Narbe des Messer-Angriffs von Ahmad A. (26)

   
Dirk M. vor dem Tatort an der Fuhlsbütteler Straße in Hamburg-BarmbekFoto: Crimespot/Bastian Schlüter
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#34
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/M...ek350.html

Mordanklage nach Messerangriff in Barmbek
Mehr als drei Monate nach dem tödlichen Messerangriff in einem Supermarkt in Hamburg-Barmbek hat die Bundesanwaltschaft einen 26-Jährigen wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Die Ermittler werfen dem Palästinenser Ahmad A. vor, einen Menschen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben, wie die Karlsruher Behörde am Freitag mitteilte.

Keine Hinweise auf IS-Mitgliedschaft
Anhaltspunkte für die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung - etwa der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - oder die Beteiligung weiterer Täter sieht die Bundesanwaltschaft nicht. Aber: "Seine Taten wollte der Angeschuldigte im Kontext islamistischer Anschläge wahrgenommen und mithin als Beitrag zum weltweiten Dschihad verstanden wissen", erklärte die Anklagebehörde. Deshalb handele es sich um "eine staatsschutzspezifische Tat von besonderer Bedeutung".
Nach dem Ergebnis der Ermittlungen habe Ahmad A. seine Opfer wahllos ausgesucht, stellvertretend als Vergeltung für das Unrecht, das aus seiner Sicht weltweit Muslimen zugefügt werde. Es sei ihm darauf angekommen, möglichst viele deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens zu töten.

Ein Toter, sechs Verletzte
Der abgelehnte Asylbewerber hatte sich am 28. Juli in einem Supermarkt in Hamburg-Barmbek ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge gegriffen und unvermittelt einen Kunden angegriffen. Der 50-Jährige starb noch am Tatort. Anschließend stach er einen weiteren Kunden nieder, der später nur durch eine Notoperation gerettet werden konnte. Beim Verlassen des Marktes habe drei weitere Menschen mit dem Messer attackiert. Anschließend habe er noch eine vorbeifahrende Radfahrerin und eine ihm entgegenkommende Passantin angegriffen. Passanten verfolgten den Attentäter, bis ihn Zivilpolizisten schließlich festnehmen konnten.

Prozessbeginn im Januar?
Sofern die Anklage vom Gericht zugelassen wird, könnte der Prozess im Januar beginnen, hieß es von der Gerichtspressestelle in Hamburg. Zuständig wäre einer der beiden Staatsschutzsenate am Hanseatischen Oberlandesgericht.
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