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Augsburger Allgemeine: Amokläufer von München tötete neun Menschen aus Rache
#1
26. April 2017
Amokläufer von München tötete neun Menschen aus Rache
http://www.augsburger-allgemeine.de/baye...93652.html
Der Attentäter vom Münchner Olympia-Einkaufszentrum soll ein Rechtsextremer gewesen sein. Dennoch war das Motiv für seine Taten im Juli 2016 ein anderes - nämlich Rache.

Der Amokläufer vom Münchner Olympia-Einkaufszentrum hatte nach Erkenntnissen der Ermittler eine eindeutig rechtsextreme Gesinnung. Der Jugendliche, dessen Eltern aus dem Iran stammen, habe sich im Internet mehrfach rassistisch geäußert.

Während einer stationären Behandlung in einer Klinik habe er den „Hitler-Gruß“ gezeigt und Hakenkreuze gezeichnet. Er sei politisch interessiert gewesen „und sympathisierte wohl mit den Inhalten des Programms der Partei AfD“, heißt es in einem 36-seitigen Bericht der Ermittler an den bayerischen Landtag.
Trotz dieser neuen Erkenntnisse steht aber weiterhin fest: Die Tat, bei der der 18-Jährige am 22. Juli 2016 neun Menschen tötete, bevor er sich selbst erschoss, hatte vor allem persönliche Gründe. Das erklärte Thomas Hampel, der für die Einsatzanalyse zuständige Inspekteur der bayerischen Polizei, im Innenausschuss des Landtags. „Das Hauptmotiv war nicht politisch, sondern Rache für erlittenes Mobbing“, sagte Hampel.
So sei der bereits zuvor psychisch kranke Jugendliche in der Schule von namentlich bekannten Mitschülern über Jahre tagtäglich drangsaliert worden: Die Attacken reichten laut den Ermittlern von Hänseleien über das Verstecken von Kleidung bis zum gewaltsamen Schminken als Mädchen. Das Mobbing führte 2012 sogar zu einer durch den Vater gestellten Strafanzeige, die aber nach einer Entschuldigung der Mitschüler zurückgezogen wurde.
Diese Demütigungen waren nach Ansicht der Ermittler der Hauptgrund für die Tat. So habe der Attentäter ein „Manifest“ mit dem Titel „Die Rache an denjenigen, die mich auf dem Gewissen haben“ hinterlassen. Durch das Mobbing habe er auch Hass gegen Jugendliche aus Südosteuropa entwickelt, die er für seine Demütigungen verantwortlich gemacht habe. Auch habe er vor der Tat erfolglos versucht, drei der einst mobbenden Mitschüler in das Schnellrestaurant zu locken, in dem er sechs seiner neun Opfer erschoss.
Polizei will Konsequenzen aus Amoklauf in München ziehen
Wie die politische Einstellung des Täters im Hinblick auf seine Tat zu bewerten ist, sorgte im Innenausschuss des Landtags für Diskussionen. Vor dem Hintergrund der rechtsextremen Gesinnung und angesichts der gezielten Auswahl von jungen Migranten als Opfer müsse sehr wohl von einer politisch motivierten Tat gesprochen werden, sagte die Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Die anderen Fraktionen im Landtag folgten dagegen den Schlussfolgerungen der Polizei: Klar sei, dass keine rechtsextremen Strukturen hinter dem Täter standen, sagte etwa der SPD-Landtagsabgeordnete Florian Ritter. Die schreckliche Tat sei aber „ein Beispiel, was eine kranke Ideologie mit einem psychisch kranken Menschen anstellen kann“.
Trotz viel Lob auch im Landtag für ihren Großeinsatz rund um den Amoklauf will die bayerische Polizei aus den dabei gewonnenen Erfahrungen nun Konsequenzen ziehen. Die größte Herausforderung für die Zukunft sei dabei der Umgang mit einer durch Internet und Smart-phone massiv veränderten Informationslandschaft, sagte Polizei-Inspekteur Hampel. So gingen nach der Tat bei der Münchner Polizei mehr als 4300 Notrufe ein. Fast 2400 Anrufer fragten nach vermissten Personen. Und rund 72 000 Menschen suchten über soziale Medien direkten Kontakt. 71 Meldungen aus dem gesamten Stadtgebiet berichteten von Schießereien. Allesamt „Fehlwahrnehmungen oder Falschmeldungen“, so Hampel – die aber dennoch von Beamten überprüft werden mussten.
Die bayerische Polizei werde mit intensiver Fortbildung, besserer Ausstattung und einer klaren Kommunikationsstrategie auf diese neuen Herausforderungen reagieren, erklärte Hampel. So würden etwa derzeit in allen bayerischen Polizeipräsidien spezielle Teams für den Umgang mit sozialen Medien in besonderen Einsatzsituationen aufgebaut.

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#2
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/amok...-1.3538747
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#3
Die paar Seiten "Manifest" scheinen einen großen Interpretationsspielraum zu lassen und der kann sich innerhalb eines Jahres und je nach Perspektive ja auch ändern. 
Aber schön, dass wenigstens eine Partei noch ein bisschen nachhakt....

   

28.7.16
http://m.spiegel.de/panorama/justiz/a-1105188.html

Zitat:Behördensprecher Weinzierl: "Wir können darin momentan nicht eindeutig eine rechte Gesinnung erkennen."


8.6.17
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/amok...-1.3538747

Zitat:Das Schriftstück offenbart aber auch eindeutig rechtsradikales Gedankengut.
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#4
Das mehrseitige Schriftstück wurde von Journalisten als "Manifest bezeichnet. Welche waren das?
Die "rechtsradikale Gesinnung" wurde vermutlich von ebenso diesen herausgestellt. Mit dem medialen "Kampf gegen rechts" kennen sich sich ja aus.

Es stellt sich die Frage, ob das nicht Fake-News sind.

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#5
Genau, letztes Jahr wurde das Geschreibe von Journalisten "Manifest" genannt, aber jetzt wird in den Medien nochmal explizit erwähnt, dass die Datei so abgespeichert war: "Mein Manifest.docx" ...

Naja, wer kann denn schon überprüfen, was er damals geschrieben hatte und was danach ihm angedichtet wurde.

Man kann ihm jetzt ja auch scheibchenweise alles andichten, was gerade passt.

Warte ab, dann kommt noch raus, dass er "Reichsbürger" war ...
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#6
(12.06.2017, 00:05)Eveline3112 schrieb: Genau, letztes Jahr wurde das Geschreibe von Journalisten "Manifest" genannt, aber jetzt wird in den Medien nochmal explizit erwähnt, dass die Datei so abgespeichert war: "Mein Manifest.docx" ...

Naja, wer kann denn schon überprüfen, was er damals geschrieben hatte und was danach ihm angedichtet wurde.

Man kann ihm jetzt ja auch scheibchenweise alles andichten, was gerade passt.

Warte ab, dann kommt noch raus, dass er "Reichsbürger" war ...

Wenn jemand aus Rache tötet, weil er gemobbt oder sonstwas wurde, reicht das als Motiv eigentlich. Nur weil Iran das "Land der Arier" ist, muss man keinen rassistischen Kontext herstellen. Ich halte das für ein erfundenes Merkmal (das mit der Öffentlichmachung des "Manifests" bestätigt werden könnte. Rassisten gibt es überall in jedem Land. nicht nur in Deutschland. Sie nennen es aber nicht rassistisches Motiv, sondern rechtsextremistisch. Was wiederum andere Assoziationen wecken soll.
Da fehlt die Trennschärfe, was wiederum ihre Agenda bedient. Solchen Medien sollte man bei diesen Dingen nur bedingt trauen (wenn überhaupt)

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#7
Rachemord bedeutet dass man sich an jene rächt, die die Verantwortung für manns Leiden tragen.  Unbekannten Menschen zu ermorden ist keine Rache.  Es ist entweder die Folge von geistiger Krankheit oder die Tat eines bezahlten und erfahrenen Killer.  Keine der Terroranschläge der letzten Jahren veranschaulicht die Merkmale der Rache, ganz abgesehen was die Medien uns erzählen.

Es genügt nicht, um Mord zu begehen, sich gegen eine bestimmten Politik aufzuregen. Denn mit einer Mordtat riskiert man seine Freiheit oder Leben. Das erklärt warum von 2001 bis 2015 (15 Jahre), gerade mal zwei (2) Personen in einem "islamistischen" Anschlag in Deutschland gestorben sind. Die Ausnahme ist wenn die Mordtat im Auftrag des Staates stattfindet, der den Mörder schützt (NSU lässt grüssen). Die Behauptung, dass Islamisten bereit sind zu töten um ins Paradies zu gelangen, ist pure Propaganda. Sie wurde unmittelbar nach dem 11. September 2001 über die angeblichen Täter verbreitet um ihre Tat zu erklären. Das Problem: Keine Muslime hatten mit den Anschlägen des 11. September etwas zu tun (siehe mein Buch "Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung", Zambon Verlag, Frankfurt, 2017, 3. Auflage).  Die Legende von Osama bin Laden und seinen 19 Jünglingen gehört zur Geschichtensammlung vom Baron von Münchhausen. Aus diesen Gründen erscheint mir die ganze Debatte um die angeblichen Motive der "Terroristen" eine falsche Debatte. Diese Debatte hätte nur Sinn, wenn eindeutig nachgewiesen wird, dass die betreffenden Anschläge von gläubigen Muslime begangen wurden. Da sie beinah alle in ungeklärten Umständen "starben", braucht der Staat nicht ihre Schuld gerichtlich nachzuweisen. Die Polizei bestimmt ihre Schuld, wie es in totalitären Staaten die Regel ist. So war es auch mit Amri, dessen Todesumstände nicht geklärt wurde.  Mitglieder des Bundestags wollen davon auch nichts wissen.
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#8
"von 2001 bis 2015 (15 Jahre), gerade mal zwei (2) Personen in einem "islamistischen" Anschlag in Deutschland gestorben "

Nicht einmal das stimmt. Nun haben Sie das Wort "islamistisch" schon in "" gesetzt, aber mit oder ohne "" stimmt das nicht. Es handelte sich um einen Kosovo-Albaner, der auf US-Soldaten am Flughafen Frankfurt feuerte. Die Motive kenne ich nicht - sie dürften aber vielfältig sein bzw., falls eindeutig, dann aus einem Pool mit vielen Möglichkeiten, unter denen die Religion die letzte ist. Was z.B., wenn die Soldaten ebenfalls islamischen Glaubens gewesen wären?
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#9
Strenggenommen war ein Angriff auf Soldaten nicht "Terrorismus", das gebe ich zu. Aber vorsichtigerhalber habe ich diesen Fall als Terrorismus bezeichnet um ein Vorwurf zu vermeiden, ich verharmlose die Terrorbedrohung. Statistisch gesehen spielt es selbstverständlich keine Rolle ob in den 15 Jahren 0 oder 2 Personen in einem Terrorangriff starben, ganz davon abgesehen ob es tatsächlich eine terroristische Tat war. Die Scheu der europäischen Regierungen die Zahl der Terroropfern in ihren Ländern im Rahmen der Kriminalstatistik zu veröffentlichen spricht Volumen über die Lüge, Terrorismus wäre ein ernsthafte Bedrohung für Europa. Selbst in Israel, wo tatsächlich echte Terrorangriffe begangen werden, sterben viel mehr Menschen in Verkehrsunfälle. Das Leben in Israel ist nicht durch Terrorismus gefährdet. Menschen sitzen in Kaffees, gehen zum Theater, zu Konzerten und zu großen Sportereignisse ohne Angst auf Terror. Die Legende über die Terrorismusgefahr ist aber gewinnbringend. Ganze Scharen von Produzenten von Sicherheitsprodukte, Sicherheitsdienstleistungen, "Terrorexperten" und Think-Tanks, verdienen an die Aufrechterhaltung dieser Fiktion. Noch wichtiger ist diese Fiktion für den Aufbau des Polizeistaats und für die Militarisierung der Gesellschaft. Da hinken noch weitgehend unsere liebe Menschenrechtler und Friedensaktivisten, die noch die Gefahren von gestern bekämpfen.
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